benniinostrava

Ein grober Überblick über meine Tage im Florenz Tschechiens

Was bisher geschah… Teil I (Abschied und Hirschluch)

Ein herzliches Ahoj an all meine Lieben in Burgstädt, Umgebung und natürlich auch sonst überall,

So, wo soll ich anfangen mit dem Erzählen? Viele Wochen sind vergangen seit meiner Abreise aus Burgstädt und fast zwei Monate bin ich nun bereits in Ostrava. Vielleicht sage ich erst kurz etwas zu dem Vorbereitungsseminar in Hirschluch, denn das waren 10 prägende und sehr erlebnisreiche Tage für mich…

Ich krame in meinem „Reisetagebuch“… *blätter-blätter*

Also, der erste Tag (ich werde das jetzt nicht Tag für Tag aufschlüsseln, aber vielleicht könnt ihr mir ein kurzes Feedback geben, ob ich das so in meinem Blog machen sollte?):

Ich wurde von 7 lieben Menschen herzlichst direkt vom Burgstädter Bahnhof verabschiedet und begann somit meine Reise über Leipzig nach Berlin, Fürstenwalde und letztendlich Hirschluch. Wieder zeigte sich, dass ASF dieselbe Strategie wie bereits bei den vorangegangenen Auswahlseminaren verfolgte. Uns wurde erneut gesagt, wir kämen nach Berlin… und landeten schließlich doch wieder in Brandenburg

Wer nachschauen möchte, wo Hirschluch liegt und wie das Gelände aussieht, darf sich gern unter: http://www.hirschluch.de  danach umsehen. Alles sehr idyllisch.

Leider habe ich von dieser Zeit keine eigenen Fotos, weil ich die dazu nötige Ausrüstung entweder auf dem Bahnsteig oder im Zug stehen lassen habe. Wie dem auch sein, zu dem Vorbereitungsseminar waren wir – ich glaube – 134 Freiwillige und noch einige Teamer, Aufpasser, Gruppenleiter, Organisatoren. Bunt gemischt aus allen Ecken Deutschlands, fingen dann die ersten Gespräche und Smalltalks meistens nach dem selben Schema ab:

– Wie heißt du?
– Woher kommst du?
– Was wirst du machen/ Wohin gehst du?

Viele Informationen… und es fiel mir teilweise schwer, alles im Kopf zu behalten, aber die Leute waren alle kolossal nett, aufgeschlossen und freundlich.
Wir wurden eingeteilt in verschiedene Projekt-Arbeits-Gruppen, sogenannte PAGs – ich kam in „Kinder- und Jugendarbeit“. Dort standen zuerst Vorstellungsrunden auf dem Programm. Wir sollten aufschreiben zu welchen gesellschaftlichen, religiösen, psychischen Gruppen (Sportler, Frühaufsteher, Christen… …) wir uns zugehörig fühlen.

Neben Volleyball und abendlichem Schiefsingen von 99 Luftballons, Bella-Ciao, Hey Jude usw. konnten wir vor allem auch aus vielen thematischen Angeboten wählen. Ich habe z.B. Vorträge zu Rassismus, Queer (das ist ein bisschen schwieriger zu erklären und die Mail wird sowieso schon zu lange – deswegen hier der Link zu der Seite der Organisation:  http://www.abqueer.de/ ) und
Psychischen Störungen besucht.

Außerdem wurden zahlreiche Workshops angeboten. In einem ging es um Stereotype und Vorurteile. Zum Beispiel hat uns der Vortragende F. (Oh Mann, Datenschutz ist so unansehnlich^^) eine Seite gezeigt, auf der man testen kann, ob man unterschwellig bestimmte Vorurteile hat. Ich habe die Seite gerade eben zum ersten mal selbst ausprobiert. Der ganze Test und die Vorbereitung erscheinen am Anfang ziemlich kompliziert, aber eigentlich ist der Test an sich intuitiv. Ist aber in englisch. Mein Resultat… naja, ich zweifel‘ es ein bisschen n, aber das Programm hat herausgefunden, dass ich Schwarze sehr viel mehr bzw. schneller mit Waffen in Verbindung bringe als Weiße. Klingt nicht so erfreulich… ich werde darüber nachdenken.

Aber vielleicht wollt ihr das ja auch mal testen: https://implicit.harvard.edu/implicit/demo/

Was mir auch sehr im Kopf aus der Zeit hängen geblieben ist, war der Besuch im Haus der Wannsee-Konferenz. Wir bekamen eine Führung, in der wahnisinnig viele neue interessante Informationen auf uns/ mich einprasselten. Das wirklich gute an dem Haus ist, dass die durchdachte Ausstellung kostenlos zu besichtigen ist. Wenn jemand von euch also mal wieder in Berlin ist, schaut dort ruhig einmal vorbei: http://www.ghwk.de/

Besonders schön war auch ein Akrobatik-Workshop (jaha, ich und Akrobatik – genau, das passt nicht 😉 mit Artisten des Zirkus „Sonnenstich“. Inklusionsprojekte nennt man diese Art von sozialer Arbeit [(?) Ich weiß nicht genau, wie das jetzt zu definieren ist, aber auf jeden Fall waren wir alle sehr begeistert davon], bei der Menschen mit Handicaps mit Menschen „ohne“ solche Behinderungen zusammen echt coole Sachen zusammen machen.

Am Abend bei schönstem Sonnenuntergangs-Szenario gab die Zirkusmannschaft dann noch eine Vorstellung; hier der Links:

http://www.circus-sonnenstich.de/home/
http://www.youtube.com/watch?v=30coPXX_uJo&feature=BFa&list=PLB8C733F8AC411893&lf=results_main

(ich glaube, aber man muss dabei gewesen sein, um das nachvollziehen können – da kommen die Videos und Bilder eher nich‘ ran )

Ein anderes cooles Ereignis war an einem Sonntag eine Führung durch Neu-Kölln, begleitet von zwei Stadtteilmüttern. Ich hab‘ es da natürlich wieder geschafft. Stress zu verursachen, indem ich – den Himmel betrachtend – eine Glasflasche auf der Straße mit dem Fuß zerscheuert habe. Das hat einen „Passanten“ seehr aufgeregt, sodass „unserer“ Stadtteilmütter eine kleine Debatte mit ihm ausfechten mussten… naja. Wer mehr über das Projekt der Stadtteilmütter erfahren möchte – bitte sehr: http://www.stadtteilmuetter.de/1-0-startseite.html

Ein wunderbarer Zufall war es zugleich, dass während unseres Aufenthaltes in Hirschluch gerade Kommunalwahlen in Brandenburg waren und sich in Storkow (also dem Ort direkt neben unserer Herberge) ein hoher NPD-Funktionär gerade zur Bürgermeisterwahl aufstellen lassen hatte. Laternen und Schilder waren demzufolge (ähnlich wie bei der letzten Landtagswahl ja auch in Burstädt zu beobachten) gepflastert mit Parolen und ziemlich unattraktiven Porträts.

Deswegen lud dann das Organisationsteam das Storkower Aktionsbündnis ein und wir halfen im Anschluss an einen kurzen Vortrag mit beim Aufhängen von deren Plakaten.
( http://ksdnstorkow.blogsport.de/ 9 )

Natürlich gab es noch einige andere Einheiten zum Thema Jugendarbeit, viele Eindrücke zum und Diskussion über den Begriff „Sühne“, unzählige tolle Methoden und Spiele und nicht zuletzt … Freizeit^^ Aber das wäre dann zu ausführlich.

Seit meiner Abreise konnte ich auch bereits bei zwei Zeitzeugen-Gesprächen dabei sein und habe jetzt in Ostrava auch wieder sooft die Möglichkeit gehabt, mit Menschen über „Die Geschichte“ und vor allem ihre Geschichten zu sprechen. Wenn jemand dazu viel Interesse hat, kann er oder sie gerne nachfragen. Ich möchte das nur jetzt nicht auch hier usbreiten, sonst verliert sich dieser Beitrag jetzt in Nebengeschichten, von denen jede ein kleines Buch füllen könnte.

 

Das war also Hirschluch und noch viel mehr…

Erfreulicherweise habe ich hier noch ein Gruppenfoto von allen Freiwilligen, die da waren:

Aufarbeitung der Vergangenheit

Hallo ihr Lieben,

dieser erste Artikel stellt also den Anfang meines natürlich gnadenlos verspäteten Blogs dar und sein Titel birgt mehrerlei Bedeutung in sich.

Zum einen ist dieser sperrige und irgendwie auch auf den ersten Leseblick so farblos und unspaßig erscheinende Wortfetzen ja der Leitspruch, unter dem mein Friedensdienst mit ASF steht. Zum anderen soll dieser Stichpunkt zumindest an dieser Stelle ebenso meine gleich einsetzenden Bemühungen, die bisherigen undigitalisierten Tage und Erlebnisse nachzutragen, betiteln.

Zu Beginn folgen deswegen jetzt erst einmal in abgewandelter Form die Inhalte der Rundmail, in der ich bereits versucht habe, einigen meiner wirklichen oder vermeintlichen „Follower“ von zu berichten.

Noch eine Anmerkung: Das ist mein erster Blog und seit bestimmt 5 Jahren ebenfalls mein erster Versuch, wieder im Netz aktiv zu sein. (Wer meine früheren Webseiten kennt, weiß, wie das alles geendet hat^^ Auf Nachfrage kann ich auch gerne den Link verschicken) Außerdem gehe ich nicht davon aus, dass dieses E-Tagebuch besonders lesenswert, vollständig oder informativ, geschweige denn amüsant geraten wird. Um konstruktives wie destruktives Feedback, aber auch über Anregungen oder einfache Wortmeldungen jeglicher Art bitte ich also recht herzlich.

So, genug der vielen Worte und verschachtelten Satzmonströsitäten. Ich hoffe, dass ich mich in dieser Angelegenheit in Zukunft im Zaum halten kann. Nun folgt also eine Zusammenfassung der letzten Wochen und Monate. Viel Spaß beim Lesen!

 

Euer Benn!

Beitragsnavigation